Bodenständig

5 Fragen an… Stephan Zinner

Stephan Zinner ist ein Mann für alle Bühnen – und fürs Altglas. Der 51-jährige Trostberger lebt in München mit Ehefrau Kristin und zwei seiner Kinder, die noch daheim wohnen.

Text: Kathrin Wolff/Fotos: PR, Nils Schwarz

Mit seinem Programm „Prachtexemplar“ kommt Stephan Zinner am 7. Mai in die Spielbank Bad Wiessee.

Wenn er nicht kocht, Biomüll rausbringt oder an Texten feilt, zieht es ihn auf die Berge: oben Brotzeit, unten Alltag – dazwischen die Bühne, auf der er seit der Trostberger Schul-Theater AG zu Hause ist. Ob „Polizeiruf“ oder Kabarett, ob Gitarrensong oder „guter Normalo“: Zinner liebt das echte Leben, aber auch das Rampenlicht.

Mit dem Tegernsee verbindet er Technik vom Feinsten in der Winners Lounge und ein Helles im Bräustüberl – am 7. Mai kommt er mit „Prachtexemplar“ in die Spielbank Bad Wiessee. Im Gepäck immer das geballte Leben, denn Aktualität ist sein bester Co-Autor.

5 Fragen

Wie lebst du und wo? Mit wem?
In München – mit meiner Frau Kristin und drei Kindern, von denen zwei noch bei uns wohnen. Unser Alltag ist ziemlich normal: Ich kümmere mich um den Biomüll, bringe Flaschen weg, koche. Dieses „Normale“ mag ich sehr, auch auf der Bühne. Zu Hause tanken wir Ruhe und ich versuche, trotz vieler Termine präsent zu sein. Familie und München sind mein Fundament.

Wann hast du gemerkt, dass dir die Bühne liegt?
In der Realschule Trostberg, in der Theater AG. Wir hatten eine großartige Lehrerin, die mit uns Stücke geprobt hat. Da habe ich zum ersten Mal gespürt: Das taugt mir. Ich war zwar aufgeregt, aber es war dieses starke Gefühl von „Das ist mein Ding“. Nach der FOS in Traunstein und dem Zivildienst in Traunreut ging’s auf die Schauspielschule in München. Richtig davon leben konnte ich dann nach dem Sommertheater in Würzburg – „Der Brandner Kasper“, Doppelrolle: Flori und Nantwein. Spätestens da war klar: Ich bleibe auf der Bühne. In „Polizeiruf“ war ich in den letzten vier Jahren siebenmal dabei.

Was ist dein Favorit:
Musik, Schauspiel oder Kabarett?
Schauspiel bleibt die Basis, damit hat alles angefangen. Songs habe ich immer gern geschrieben, eher als Hobby – im Kabarett mischt sich beides. Extreme Figuren sind spannend, aber einen „guten Normalo“ glaubhaft zu verkörpern, ist oft die größere Aufgabe. Mir gefällt, wenn Text, Timing und Musik zusammengehen und eine Geschichte tragen. Hauptsache, es entsteht dieser Moment, in dem Publikum und Bühne dieselbe Temperatur haben.

Was verbindest du mit dem Tegernsee – und der Winners Lounge?
Die Winners Lounge ist toll: beste Technik, nah dran, sehr intim – da wird wirklich gespielt. Mit dem Tegernsee verbinde ich außerdem das Tegernseer Hell und das Bräustüberl; bei schlechterem Wetter ist man dort bestens aufgehoben, auch wenn’s oft überlaufen ist. Insgesamt mag ich diese Mischung aus Tradition und guter Kulturarbeit im Tal. Und ich freue mich, „Prachtexemplar“ hier zeigen zu dürfen.

Wie und wo holst du dir Kraft?
Und wem würdest du gern mal die Leviten lesen?
Kraft hole ich mir auf dem Berg: Hütten, Gipfel – gern in den Chiemgauer Alpen oder nicht weit von München. Ob Sonne oder Wind, da oben steht man, schaut ins Gebirge, isst eine Brotzeit und lässt die Gedanken ziehen. Der Wind bläst einem auch die Rübe frei. Derblecken? Ich war bis 2019 Söder-Double im Singspiel. Der Wechsel ans Rednerpult ist eine eigene Herausforderung – ich bewege mich lieber, als statisch zu stehen. „Leviten lesen“ ja, aber nie persönlich; das lebt von der Aktualität. Kurz vor einer Wahl wird’s naturgemäß besonders interessant.

Mehr zu Stephan Zinner auf Instagram unter @stephanzinner und im Internet unter www.stephanzinner.de

Seeseiten, Frühling 2026.

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